Für gute Schulen und längeres gemeinsames Lernen

  • Veröffentlicht am: 3. April 2020 - 10:13
Wilhelm-Busch-Schule in der Munzeler Straße

Was für Schulen benötigen wir? Wie können Gesamtschulen weiter gestärkt werden? Und was passiert mit den Schulen in unserem Stadtbezirk? Diese und viele weitere Fragen waren das zentrale Thema des vergangenen Treffens der Grünen Stadtteilgruppe Ricklingen am 05. Februar 2020 im Stadtteilzentrum. Dazu war Silvia Klingenburg, schulpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion der Landeshauptstadt Hannover, zu Gast, um mit uns über die aktuellen Entwicklungen zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie die Schulen besser werden können, um allen Kindern und Jugendlichen gute Bildung zu ermöglichen, unabhängig vom Elternhaus und den individuellen Voraussetzungen. Zentral ist hierfür eine gute Infrastruktur und eine Verbesserung der Betreuung auch im Nachmittagsbereich. Hier ist beispielsweise die Grundschule Mühlenberg zu nennen, die neu gebaut und zukünftig – leider erst in einigen Jahren – zur Ganztagsschule wird. Einen erheblichen Sanierungsbedarf hat aber beispielsweise auch die Wilhelm Busch Grundschule in der Munzeler Straße. Fazit: Auch in unserem Stadtbezirk besteht ein erheblicher weiterer Finanzierungsbedarf, um dem Sanierungsstau an Schulen entgegen zu wirken und ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot der Grundschulen zu erreichen.

Entscheidend für gute Schulen ist aber ebenso, dass Schülerinnen und Schüler gut gefördert werden. So wird zum kommenden Schuljahreswechsel mit einer großen Welle von Schulformwechslerinnen und -wechslern gerechnet, die durch die sogenannten Abschulungen (z.B. von den Gymnasien auf die IGSen und Realschulen sowie von den Realschulen auf die Oberschulen) mit neuen Schulplätzen versorgt werden müssen. Zum einen sorgt dies für Frust bei den betroffenen Schülerinnen und Schülern. Zum anderen ist damit auch eine enorme organisatorische Herausforderung verbunden. So wird beispielsweise auch die Leonore-Goldschmidt-Schule (IGS Mühlenberg) vor der Aufgabe stehen, viele Menschen aufzunehmen, die zuvor eine andere Schule besucht haben, und diese in die Klassenverbünde zu integrieren. Eine zentrale grüne Forderung ist daher, dass alle Schulformen in der Pflicht stehen, ihre Schülerinnen und Schüler auch zu einem Bildungserfolg zu führen.

Genau das wird jedoch durch frühe Selektion verhindert. Längeres gemeinsames Lernen war daher in der Diskussion der Grünen Stadtteilgruppe ein weiterer zentraler Punkt. Aktuell müssen Schülerinnen und Schüler bzw. ihre Eltern bereits nach der vierten Klasse entscheiden, welche Schulform sie zukünftig besuchen. Damit werden frühzeitig Bildungskarrieren festgelegt – oder auch verhindert. Stattdessen sollte auf längeres gemeinsames Lernen gesetzt werden sowie auf eine weitere Stärkung der Integrierten Gesamtschulen.